hiragana katakana

Japanisches Alphabet: Hiragana und Katakana, Was Sind Sie?


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Lehrerin at LingoDeer
Schon immer eine Vorliebe für Fremdsprachen, hatte Jana sich bereits früh dazu entschlossen, später einmal im Ausland zu leben. Nachdem sie ein Interesse für die japanische Sprache und Kultur entwickelt hatte, begann sie zunächst, neben ihrer Ausbildung im Gesundheitswesen, sich selbst Japanisch beizubringen. Nach ihrem Abschluss entschloss sie sich dazu, ein Jahr lang "probeweise" in Tokio zu leben und eine japanische Sprachschule zu besuchen. In dieser Zeit lernte sie das Land und die Kultur lieben, vertiefte ihr Verständnis für die japanische Sprache und knüpfte Freundschaften fürs Leben. Aktuell steht sie kurz vor ihrem Bachelorabschluss in der Japanologie und bereitet sich daher auf ihre Rückkehr nach Japan vor.
Jana Henning

Wenn du dich dazu entscheidest Japanisch zu lernen, dann dürfte eine der ersten Fragen, die du dir stellst, diese sein: “Was sind all diese verschiedenen Schriftzeichen?”

Warum sehen japanisches Alphabet bzw. Schriftzeichen so unterschiedlich aus? Die Antwort: Japanisch hat drei verschiedene Schriftsysteme: Hiragana, Katakana und Kanji.  Kanji, oder auch chinesische Schriftzeichen, sind berühmt für ihren hohen Schwierigkeitsgrad. Was sind dann die beiden, etwas lustig anlautenden Schriftsysteme Hiragana und Katakana? Worin unterscheiden sie sich? Nachdem du diesen Artikel gelesen hast, wirst du die Antworten dazu finden. 

 

Was sind Hiragana und Katakana?

Ganz allgemein betrachtet, kann man sagen, dass Hiragana und Katakana zwei Arten des japanischen Alphabets (oder auch Syllabarien) sind. Anders als Kanji, repräsentieren sie keine einzigartige Bedeutung. Sie sind phonetische Buchstaben, d.h. jedes Hiragana und jedes Katakana repräsentiert immer genau einen Laut. So lässt sich jedes der 46 Syllabarien pro Alphabet eindeutig anhand seines Lautes unterscheiden.

Japanisches Alphabet: Unterschiede zwischen Hiragana und Katakana und Kanji

 

Was ist der Unterschied zwischen Kana und Romaji?

Romaji bezeichnet die Romanisierung der geschriebenen japanischen Sprache. Sie bildet die Aussprache der Kana (Hiragana und Katakana) sowie der Kanji in lateinischen Buchstaben ab. Wenn du zum ersten Mal anfängst Japanisch zu lernen, ist es vielleicht verlockend auf die Romanisierung zurückzugreifen, um die Aussprache der japanischen Wörter zu lernen. Um jedoch deine Aussprache zu perfektionieren, ist es nötig zunächst die Aussprache der Kana zu meistern und sie direkt beim Lernen neuer Wörter anzuwenden.

 

Was sind die Unterschiede zwischen Hiragana und Katakana?

 

Die Ähnlichkeiten zwischen Hiragana und Katakana

Bevor wir uns den Unterschieden zwischen Hiragana und Katakana widmen, lass uns zunächst einen Blick auf ihre Gemeinsamkeiten werfen.

  1. Hiragana und Katakana bestehen aus jeweils 46 Zeichen
  2. Jedes Zeichen repräsentiert eine Silbe
  3. Jedes Hiragana hat ein äquivalentes Katakana, deren Laut identisch ist. 

Manche Hiragana und Katakana können sich äußerlich sehr ähnlich sein, da sie vom selben chinesischen Schriftzeichen abgeleitet wurden. Beispielsweise stammen die Kana für den Vokal “u” (う und ウ) beide vom chinesischen Schriftzeichen 宇 ab. Die Hiragana へ und Katakana ヘ, die aus 部 entstanden sind und den Laut “e” repräsentieren, sind nahezu identisch.

Japanisches Alphabet - Hiragana und Katakana, Kana development chart
Quelle: Kana-Wikipedia

Darüber hinaus können Katakana manchmal anstelle von Hiragana verwendet werden. Dies ist z.B. der Fall, wenn man ein Wort stilistisch besonders hervorheben möchte oder um ein Wort, zu dem zwar ein Kanji existiert, welches aber für gewöhnlich nicht verwendet wird, von den angrenzenden Hiragana abzuheben und den Satz so leserlicher zu machen. 

Hiragana und Katakana haben eine unterschiedliche Form

Hiragana haben eine geschwungene Form, vergleichbar mit der deutschen Schreibschrift. Katakana hingegen ähneln in ihrem Erscheinungsbild eher der Druckschrift: sie sind eckiger und spitzer. Das liegt daran, dass Katakana auf der regulären Schriftform (kaisho) chinesischer Zeichen basiert, während die kursive Schriftform (sōsho) der Kanji der Ursprung von Hiragana war. Außerdem entwickelten sich Hiragana aus dem gesamten Kanji, während sich Katakana nur aus Teilen eines Kanji entwickelten. 

Interessanterweise wurde Hiragana wegen seiner geschwungenen Form früher als eine weibliche Schreibform angesehen. Andererseits wurden Katakana und Kanji in der Vergangenheit vor allem von Männern verwendet.

Hiragana und Katakana werden unterschiedlich gebraucht

Du fragst dich vielleicht, wie Japaner in ihrem alltäglichen Leben Hiragana und Katakana getrennt voneinander benutzen. In diesem Kapitel werden wir dir Situationen vorstellen, in denen die unterschiedlichen Kana zum Einsatz kommen. 

Bei einem Blick auf japanische Vokabeln, fällt einem sofort auf, dass Katakana häufig für Lehnwörter benutzt wird, während Hiragana für die Schreibung rein-japanischer Wörter angewendet wird. Außerdem werden Hiragana auch zum Schreiben der okurigana benutzt: die Schriftzeichen innerhalb eines Wortes, die nach dem Kanji folgen. Um ein Beispiel zu geben: die Hiragana, die in dem Wort 食べる auf das Kanji folgen, werden okurigana genannt. Manchmal wird die Schreibweise eines Wortes in Hiragana bevorzugt, wenn die Schreibweise in Kanji zu formal wirkt. Im Vergleich dazu wird Katakana oft für wissenschaftliche Begriffe, Tiernamen, Essen oder Firmennamen verwendet.

Katakana werden häufiger als phonetische Notation verwendet, während Hiragana häufiger als grammatikalische Notation verwendet werden. In Hiragana werden daher verschiedene grammatikalische Wörter, wie z.B. Partikel, geschrieben. Wenn du auf Japanisch schreibst, insbesondere in einem formalen Rahmen, solltest du zum Schreiben grammatikalischer Wörter nur Hiragana verwenden.

Zusammenfassend kann man sagen: Hiragana ist die grundlegende und gebräuchliche Schreibweise, während Katakana eher zur Betonung und für verschiedene stilistische Zwecke verwendet wird.

ACHTUNG: Du solltest niemals Hiragana und Katakana innerhalb eines Wortes vermischen. Stelle sicher, dass du zwischen Hiragana und Katakana unterscheiden kannst. 

Japanisches Alphabet - Hiragana und Katakana Beispielsatz

LingoDeer empfiehlt, dass du dir kurz dieses Video anschaust, um ein paar grundlegende Katakana-Wörter zu lernen und um ein klares Verständnis für die Unterscheidung zwischen Hiragana und Katakana zu bekommen.

Wie kann man sich die Kana schnell einprägen?

Es gibt hauptsächlich zwei verschiedene Wege sich die Kana zu merken und du kannst entscheiden, welchen du gehen möchtest.

Eine Möglichkeit besteht darin Mnemotechniken zu verwenden, d.h. jedes Symbol als ein Bild zu sehen. Zum Beispiel ぬ: “nu” für “Nudel”, weil das Zeichen wie ein verschnörkelter Nudelhaufen aussieht. Das mag lustig und interessant klingen. Es könnte aber auch ein zusätzliches Hindernis für dein Gedächtnis darstellen, sodass du dich unter Umständen nur an die von dir geschaffene Geschichte erinnerst, aber vergisst, was das Kana dahinter ist. 

Japanisches Alphabet: Hiragana und Katakana Mnemotechniken
Quelle: learn Japanese adventure

Die andere Möglichkeit besteht darin, die Kana einfach so oft wie möglich auszuschreiben. Während du schreibst, kannst du dir die Aussprache denken oder tatsächlich den Laut aussprechen. Du kannst dir mit der Lern-App “Anki” Karteikarten herunterladen, damit du überall und jederzeit die Karten wiederholen kannst. Dies könnte zwar ein bisschen langweilig klingen, aber vergiss nicht: dieser Lernprozess wird nicht sehr lange dauern! Bedenke auch, dass du, sobald du einmal in der Lage bist, die Kana zu lesen, in der Lage sein wirst, alle japanischen Wörter mit Hilfe von Kana zu lesen und das wird faszinierend sein!

Japanisches Alphabet: Hiragana und Katakana
kana Hintergrundbild – Übung macht den Meister!

Das Wichtigste ist eine Lernmethode zu finden, die zu dir passt. Hier ein Vorschlag für dich: Lade dir dieses Wallpaper herunter und höre dir unsere kostenlose Kana-Audio-Tabelle an. Es wird Zeit, den ersten Schritt des Japanisch-Lernens zu machen!

 

Was sollte ich zuerst lernen? Hiragana oder Katakana?

 

Was ist nützlicher? Hiragana oder Katakana?

Beide sind nützlich und du kannst Japanisch nicht ohne das eine oder andere Schriftsystem meistern.

Es ist offensichtlich, dass Katakana nützlich sind. Viele japanische, meist aus dem Englischen entlehnte, Wörter werden in Katakana geschrieben. Doch es gibt auch Lehnwörter aus dem Deutschen. Wenn du also Katakana lernst, bist du im Nu in der Lage viele Wörtern, die dir vertraut klingen zu verstehen. Und was noch wichtiger ist: Da eine beträchtliche Anzahl von Speisekarten in Katakana geschrieben sind, werden dir Katakana vor allem in Restaurants und Supermärkten helfen. 

Schaue dir dieses Video an, um eine spezielle Art von Katakana-Wörtern zu lernen: Wasei-eigo (Japanische Ausdrücke, die an das Englische angelehnt sind, so aber nicht im Englischen existieren bzw. gebraucht werden)

Hinweis: Auch wenn Katakana immer eigenständige Wörter bilden, d.h. sie kommen ohne Kanji aus, könnte eine lange Reihe von Katakana ohne Kanji oder Hiragana schwer zu verstehen sein, da es keine Leerzeichen zwischen den japanischen Wörtern gibt.

Auf der anderen Seite ist Hiragana die am häufigsten verwendete Standardform der japanischen Schrift. Das japanische Vokabular wird in der Regel in Hiragana geschrieben. Hiragana wird auch zum Schreiben der Furigana verwendet, einer Lesehilfe, die die Aussprache von Kanji-Zeichen anzeigt, was sicherlich hilfreich ist.

Wenn du einmal die Schreibweise eines Kanjis vergessen solltest, so ist es nie ein Problem stattdessen auf Hiragana zurückzugreifen und einfach die Lautung des Kanjis auszuschreiben.

Japanisches Alphabet: Katakana
Logos von Uniqlo, Burger King, Coca Cola und Sprite in Katakana

Welche Schrift ist einfacher? Hiragana oder Katakana?

Die Antwort variiert natürlich von Person zu Person, doch oft wird Hiragana als leichter zu erlernen betrachtet. Tatsächlich bedeutet “hira” im Japanischen wörtlich “einfach” oder “gewöhnlich”. Es ist außerdem wahrscheinlicher, dass du beim Lesen von Texten oder Video-Untertiteln auf Hiragana stößt, wodurch du vertrauter mit diesem Alphabet wirst. Außerdem sind die meisten Kinderbücher in Hiragana geschrieben, sodass diese sich gut als Übungsmaterial eignen. Der wohl größte, rein äußerlich betrachtete Unterschied ist, dass Katakana-Zeichen sich einander in Ihrer Form ähnlicher sind, als Hiragana-Zeichen. Daher könnte es schwieriger sein, sich Katakana zu merken.

Manche mögen jedoch argumentieren, dass Hiragana schwieriger zu schreiben sind. Katakana sind für manche aufgrund ihrer Geradlinigkeit leichter zu “zeichnen”. Darüber hinaus kann es einfacher sein sich die Katakana anhand einzelne Lehnwörter zu merken, da diese zu einem gewissen Grad vertraut klingen, sodass es leichter sein kann den Klang zu imitieren.

Wann beginnen Japaner damit Hiragana und Katakana zu lernen?

Dies kann von Familie zu Familie unterschiedlich sein. Da Hiragana für Kinderbücher genutzt werden, entscheiden sich manche Familien dazu ihren Kindern zunächst Hiragana beizubringen. Einige Eltern haben das Gefühl, dass Hiragana schwieriger zu schreiben sind, sodass sie sich für Katakana entscheiden. 

Heutzutage wird in Schulen zuerst Hiragana unterrichtet. Vor 1948 haben jedoch viele Schulen zuerst Katakana unterrichtet und haben Hiragana zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Zu dieser Zeit wurden Katakana noch hauptsächlich für offizielle Dokumente verwendet, doch heute finden sie überwiegend Anwendung für die Schreibung von Lehnwörtern.

Die Geschichte von Hiragana und Katakana

Sowohl Hiragana als auch Katakana haben ihren Ursprung im 9. Jahrhundert und sollen von dem buddhistischen Priester Kūkai erfunden worden sein. Die Entstehung der Kana ist in der japanischen Geschichte von Bedeutung, da es das erste originale Schriftsystem war, das von Japanern geschaffen wurde. Beide Kana-Systeme haben ihren Ursprung in man’yōgana: chinesische Schriftzeichen, die für die japanische Aussprache verwendet werden. 

Japanisches Alphabet: Unterschiede zwischen Hiragana und Katakana
Japanische Priester Kudai – Quelle: Japan Reference

Fun fact: Hiragana war zunächst nur unter Frauen populär und wurde für inoffizielle Schriften, wie persönliche Briefe verwendet. In der Zwischenzeit wurden Katakana und Chinesisch für offizielle Dokumente verwendet. Für eine lange Zeit wurden Hiragana und Katakana daher von zwei verschiedenen Gruppen für zwei verschiedene Zwecke verwendet. 

Warum braucht Japanisch drei verschiedene Schriftsysteme?

Vor dem 4. oder 5. Jahrhundert gab es in Japan lediglich die gesprochene Sprache, jedoch kein Schriftsystem. Als man die Kanji aus China einführte, wurden sie zum ersten verwendeten Schriftsystem in Japan. Die Japaner passten daraufhin die importierten Kanji-Schriftzeichen an, um Wörter ihrer eigenen Sprache darzustellen. Der Grund, dass die Kanji auch nach der Erfindung der Kana nicht verschwanden ist folgender: die japanische Sprache hat eine sehr begrenzte Anzahl von Lauten. Gäbe es keine Kanji, so hätte Japanisch zu viele Homonyme, als dass der Leser den Text verstehen könnte. Auch erschwert das Fehlen von Leerzeichen das Lesen japanischer Sätze. Kanji helfen zu erkennen, wann ein Wort beginnt und aufhört.

Japanisches Alphabet: homonym
Begriffsbestimmung von “homonym” – Quelle: Duden

Sollte ich zuerst Hiragana oder Katakana lernen? Ein abschließendes Urteil

Die Antwort ist, dass du beide Schriftsysteme innerhalb einer kurzen Zeit beherrschen solltest. Daher kannst du mit dem Schriftsystem anfangen, dass dir einfacher erscheint!

Sobald du ein Schriftsystem gelernt hast, kannst du direkt mit dem Nächsten weitermachen. Tatsächlich sind die Kana nicht so schwierig, wie man glauben mag: Innerhalb weniger Tage kann man beide Schriftsysteme lernen. Dabei ist die Reihenfolge nicht von großer Bedeutung. 

Falls du Lust bekommen hast, noch mehr über das Japanischlernen zu erfahren, dann haben wir genau den richtigen Artikel für dich! Klicke hier für unseren Leitfaden zum Erlernen der japanischen Sprache, der dir viele wertvolle Tipps und das richtige Werkzeug in die Hand legt, um dein Lernziel noch schneller zu erreichen. 


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